Irgendwann Ende September passiert es jedes Jahr: Die letzten Gäste auf der Terrasse ziehen ihre Jacken wieder an, und nach einer Viertelstunde wandern sie mit der Tasse nach drinnen. Für mich ist das das Zeichen, das Café auf die kühle Jahreszeit umzustellen. Das ist mehr Arbeit, als man von außen denkt, und ein paar Dinge habe ich über die Jahre erst auf die harte Tour gelernt.

Die Terrasse nicht zu früh aufgeben

Solange mittags noch Sonne auf die Tische fällt, bleiben bei mir ein paar Plätze draußen stehen. Wolldecken über den Stuhllehnen machen einen erstaunlichen Unterschied, und viele Gäste sitzen im Herbst lieber in der Sonne als drinnen. Die Polster kommen aber abends konsequent rein, denn Tau und Nebel setzen ihnen sonst schnell zu. Bevor die Möbel endgültig eingelagert werden, reinige ich sie gründlich und lasse sie trocknen. Wer feuchte Kissen stapelt, findet im Frühjahr Stockflecken.

Drinnen wird es voller

Mit den ersten Regentagen verlagert sich alles in den Gastraum. Dann zeigt sich schnell, wo es eng wird. Diese Punkte gehe ich jedes Jahr durch:

  • Eine Garderobe mit genug Haken und ein Schirmständer direkt am Eingang, damit nasse Jacken nicht über den Stuhllehnen hängen.
  • Eine Fußmatte, die ihren Namen verdient. Nasses Laub auf Fliesen ist rutschig und landet sonst unter den Tischen.
  • Die Tür nicht dauerhaft offen stehen lassen, sondern regelmäßig kurz und kräftig lüften. Dann beschlagen auch die Fenster weniger.
  • Die Kühlvitrine im Blick behalten. Wird der Raum wärmer und feuchter, muss sie mehr leisten. Beschlagene Scheiben sind ein Hinweis, Dichtungen und Luftzirkulation nachsehen zu lassen.

Was auf die Karte kommt

Beim Kuchen richte ich mich nach dem, was gerade geerntet wird. Zwetschgen gibt es noch bis in den Oktober, danach übernehmen Äpfel und Birnen. Ein schlichter Apfelkuchen mit Streuseln geht im Herbst besser als jede aufwendige Sahnetorte. Bei den Getränken setze ich auf wenige Ergänzungen statt auf eine lange Sonderkarte: einen Chai, den wir selbst mit Zimt, Kardamom, Nelken und frischem Ingwer ansetzen, und eine heiße Schokolade aus echter Schokolade statt aus Pulver. Sirupe mit Kürbisgeschmack lasse ich weg. Wer sie mag, findet sie überall, und mir schmeckt der Kaffee ohne einfach besser.

Am Ende ist die kalte Jahreszeit für ein kleines Café oft die gemütlichste. Die Gäste bleiben länger, lesen, reden und bestellen noch ein zweites Stück. Wenn drinnen alles funktioniert, macht es auch uns hinter dem Tresen mehr Freude.